Kazbek Elbrus Besteigung

Reisebericht Kasbek Elbrus Besteigung

Kasbek Elbrus Besteigung, die Vorbereitung

Die Berge Elbrus und Kazbek (Kasbek) üben schon seit Jahren eine große Faszination auf mich aus. Es ist schon seit Langem ein Traum vom mir, diese Hochtouren zu gehen. Natürlich war ich auch viel in den Alpen unterwegs, machte Hochtouren und bestieg dort einige der schönsten Gipfel. Da ich aber im gleichen Maße die raue und wilde Natur liebe, war eine Tour in den Kaukasus über die Jahre fast vorprogrammiert. Natürlich ist eine individuelle Tour in den Kaukasus fordernd, abenteuerlich und bedarf auch an Vorbereitung. Der Plan war es, beide Gipfel in Eigenregie zu besteigen und in Georgien auf die Zeltvariante zu setzen. Natürlich war eine körperliche Vorbereitung Voraussetzung, denn was nützt das beste Material, wenn man es am Berg nicht nutzen kann. Da die beiden Gipfeltage wirklich sehr anspruchsvoll sind, stellten wir uns auch einen zehrenden Aufstieg und auf einen fordernden Abstieg ein. Für jeden Alpinisten ist diese Kombination aus zwei der höchsten Berge Europas ein Traum.

 

 

Zweimal die Woche Lauftraining sollte den Grundstein für den Erfolg der Expedition, an zwei der höchsten Berge Europas, legen. Zur Einreise in Georgien benötigt man nur den Reisepass, da hier ein touristischer Aufenthalt ohne Visum möglich ist. Das Russland Visum ist dagegen etwas komplizierter, kann aber über jeder Russische Botschaft beantragt werden. Wir nutzen hierzu das VHS Visazentrum Leipzig – eine recht unkomplizierte Variante, das Visum zu beantragen.

Kasbek Besteigung

Georgien bis Stepanzminda

Mit einem Nachtflug ging es von München nach Georgien, genauer nach Tiflis. Noch in der Dunkelheit angekommen, holte uns unser Fahrer am Flughafen ab. Das Ziel des Tages war Stepanzminda, sozusagen der Ausgangspunkt für die Kazbek Besteigung. Vom Flughafen ging es noch in der Dunkelheit durch Tiflis und weiter in Richtung Kaukasus. Wir mussten leider auf die Besichtigung von Tiflis verzichten, da dies zeitlich für uns nicht möglich war. So fuhren wir weiter Richtung Kaukasus. Es ist absolut traumhaft, wenn man die Berge bei Sonnenaufgang erreicht und diesen tollen Blick über die Landschaft genießen kann. Über den Kreuzpass (2.379m) Pass und das Skigebiet Gudauri ging es in ca. 4 Stunden nach Stepanzminda. Begeistert von der Landschaft checkten wir im Schnelldurchlauf in unser kleines Guesthouse Kazbegi ein, dass für die Übernachtung in Stepansminda vorgesehen war und machten uns auf unsere erste kleine Eingehtour. Vorbei an der Dreifaltigkeitskirche gibt es viele Wege, die man erkunden kann. Bei der individuellen Reisen gilt es aber immer auch Obacht zu geben. Die Hütehunde, die Pferde, Schafe und Ziegen sind nicht gut auf Eindringlinge in ihrem Revier zu sprechen. Der Plan war es, zwei Tage in Stepanzminda zu bleiben und jeweils mit Tagestouren in unsere Expedition zu starten. Da recht gutes Wetter gemeldet wurde und wir das Pensum von 8 – 10 Stunden gut schafften, mussten wir uns am Morgen nicht beeilen. Wir genossen das typische Frühstück mit hausgemachten Käse, Eiern und Wurst. Die Berge rings um Stepanzminda sind ein absoluter Traum für Eingehtouren, weite grüne Hügel, die bis zu 3.300 m reichen, prägen die Landschaft.

Aufstieg zur Betlehmi Hütte

Es gibt viele Varianten, wie man die Strecke zur Betlehmi Hut bewältigen kann. Es gibt auf der Tour, die fast 2.000 Höhenmeter weit ist, zwei Möglichkeiten für Zwischenübernachtungen an der Dreifaltigkeitskirche und der Alti Hut. Wir stiegen von Stepanzminda auf und trugen die nötige Ausrüstung mit uns. Etwa 25 kg wogen die Rucksäcke mit der Ausrüstung, Verpflegung und Kleidung. Im Nachhinein ein gewagtes Vorhaben, das Gepäck in einer Tour über diese Distanz zu tragen. Wir stiegen über die Dreifaltigkeitskirche auf und gingen weiter auf der Wind abgewandte Seite des kleinen Bergkamms. Dieser flach ansteigende Weg führte weiter zum Aufstieg des kleinen Passes, der den Blick auf den weiteren Verlauf der Tour öffnet. Dem steilen Aufstieg folgte ein toller Blick vom Pass. Oben angekommen, konnten wir auch die Alti Hut und das Ziel des Tages, die Betlehmi Hut sehen. Eine kleine Querung einer Bergflanke, leicht absteigend, führte zur Alti Hut. Von hier aus ändert sich das Bild der Landschaft gänzlich. Steinern und im oberen Teil mit Gletschern überzogen, zeigt sich der Berg. Nach einer kurzen Rast bei einer traumhaften Aussicht über die Berge des Kaukasus, wanderten wir weiter. Wir stiegen anfänglich noch über die kleinen Pfade, später über die steinernen Wege. Im oberen Drittel querten wir auch mehrmals die Wasserströme, die das Schmelzwasser des Gletschers zu Tal bringen. Begleitet wird der Aufstieg vom Rauschen des Wasserfalls, der aus dem Gletschermund entspringt. Nach einer Stunde Gehzeit kamen wir an den linken Rand des Gletschers und stiegen mit Steigeisen weiter hinauf. Sicherlich ist es auch möglich den Gletscher linker Hand hinauf zu laufen und dann kurz vor der Betlehmi Hütte ohne Steigeisen zu queren, wir entschieden uns aber für die Variante mit Steigeisen. Insgesamt dauerte der Aufstieg zur Hütte auf 3.600 Meter ca. 8 Stunden. Die erste harte Etappe der Elbrus/Kazbek Besteigung lag hinter uns und wir genossen es von unserem Zelt aus, bei einer guten Tasse Tee, über den Gletscher nach Stepanzminda zu schauen.

Eingehtour am Kazbek (Kasbek)

Nach der recht zehrenden Tour zur Betlehmi Hut, gönnten wir uns die nächsten zwei Tage leichtere Touren, hier im Kaukasus. Wir stiegen den einen Tag 600 Meter auf und am anderen Tag 1000 Höhenmeter. Jeweils wurde auf der erreichten Höhen eine Tee- und Kekspause eingelegt, um dann wieder abzusteigen. Die Betlehmi Hut bietet viele Möglichkeiten für Touren im Kaukasus Gebirge und die ideale Vorbereitung zur Besteigung des Kazbek (Kasbek), die Übernachtung ist einfach aber reicht komplett aus. Um sich etwas Sicherheit zu holen, kann man mit Steigeisen auf dem Gletscher gehen oder am Rande des Gletschers einen der vielen Wege nehmen. Durch Steintürme sind die Wege recht gut gekennzeichnet. Da das Gebiet um die Betlehmi Hut sehr übersichtlich ist, können die Touren auch individuell vorgenommen werden. Von der Hütte aus kann man den ersten Teil des Weges zum Gipfel des Kazbek sehr gut einsehen. Wir haben als Eingehtour einen der Wege des Aufstieges gewählt. Es schien uns sinnvoll den Weg, den wir im Dunkeln der Morgenstunden gehen wollten, schon einmal bei Tageslicht zu erkunden. Zumindest den Weg durch die massiven Geröllfelder, bis hin zum Gletscher sollte man vorab schon abgelaufen sein. Das ewige Auf und Ab zwischen den Gerölltürmen ist anspruchsvoll und fordert schon am Anfang der Tour alles von den Bergsteigern ab.

Kasbek Besteigung

Nach einem ruhigen Tag ging es jetzt auf den Gipfel des Kazbek (Kasbek). Die Kazbek Besteigung (Kasbek Besteigung)  ist eine fordernde Hochtour und  vor allem im ersten Abschnitt des Tages sehr anspruchsvoll. Vom warmen Schlafsack geht es um 01:00 Uhr raus in die kalte Nacht. Nach einem kurzen Frühstück und ein zwei Tassen Tee, konnte die Besteigung beginnen. Nach dem kurzen Ausrüstungscheck machten wir uns auf den Weg. Gute 2 Stunden dauerte es, bis wir nach den Geröllfeldern im Schein der Stirnlampen den Gletscher, der zum Gipfel führt, erkennen konnten. Die Gipfeltour zum Kazbek (Kasbek) gilt als anstrengend, da am Gipfeltag gut 12 Kilometer zu bewältigen sind. Endlos scheint der Weg auf dem Gletscher, der sich um den Berg schlängelt. Auf der Russland zugewandten Seite angekommen, ging es dann auch im steileren Gelände voran. Bis zum Gipfel des Kazbek (Kasbek) war es nicht mehr weit. Das letzte Stück des Gipfels zeigte sich sehr steil und als letzte Herausforderung vor dem Gipfel. Angekommen auf dem Top of Kazbek (Kasbek), konnten wir den gigantischen Blick, bei traumhaften Wetter genießen.

Abstieg und Fahrt nach Russland

Der Abstieg bis zur Betlehmi Hut und weiter nach Stepanzminda benötigte zwei Tage. Im kleinen Dorf angekommen, bot sich immer wieder der tolle Blick auf den Kazbek zurück und wir konnten den Erfolg richtig genießen. Nach einem halben Ruhetag ging es nach Russland. Der Fahrer kam nach dem Frühstück und belud den kleinen Bus mit den Reisetaschen. Wir stellten uns auf eine sechsstündige Fahrt über die alte Heerstraße, mit einem zähen Grenzübergang bei Dariali / Hoher Lars an der M3 ein. Von Stepanzminda aus, erreicht man recht schnell den Einschnitt im Kaukausus, wo der Grenzübergang mit dem Auto möglich ist. Zu unserer Überraschung geht die Fahrt doch recht schnell. Die Grenzkotrollen sind akkurat aber zügig. Schon nach zwei Stunden fuhren wir über russischen Boden und verließen den Kaukasus. Auch wenn die Fahrt schon recht lang war, sind die vorbei ziehenden Ortschaften und Städte faszinierend und lassen die Zeit wie im Flug vergehen. Am gleichen Tag, so gegen Nachmittag kamen wir in Cheget an und checkten im Hotel ein. Am Nachmittag hieß es entspannen und den tollen Blick auf die Kaukasischen Berge genießen.

Elbrus Besteigung

Eingehtouren vor der Elbrus Besteigung

Perfekt akklimatisiert durch die Besteigung des Kazbek hatten wir die zügige Variante gewählt. Nach einer Übernachtung im Hotel in Tscheget  und einem guten Frühstück wartete schon der Transfer nach Terskol  auf uns. Es ging knappe 10 Minuten zur Seilbahn am Elbrus Ski Gebiet. Die Seilbahn, die in Asau beginnt und bis auf 3.800 m führt, ist neu gebaut und bringt in der Wintersaison die Skigäste und im Sommer die Gipfelaspiranten direkt vor die Haustür der Heart of Elbrus Hütte. Durch die Fahrt mit der Seilbahn erspart man sich einen Weg über die langen Schotterhänge. Landschaftlich sind die ersten 2000 HM des Elbrus nicht gerade spektakulär, dennoch zieht der formschöne Doppelgipfel und gleichzeitig der höchste Punkt Europas Jahr für Jahr sehr viele Bergsteiger an.

Die Hütte ist gut ausgestattet und bietet viel Komfort, den man sonst nicht findet. Recht große 8 Personen Zimmer und gute Mahlzeiten machen die Tage auf der Höhe sehr angenehm. Den Nachmittag nutzen wir dazu, um eine kleine Eingehtour in der Nähe zu machen. Durch die gute Anpassung bei der Kazbek Besteigung machte uns die „dünne Luft“ auf dieser Höhe nicht so viel aus und wir konnten leicht auf 4.600. Meter aufsteigen. Gerade hier, von 3.600 Meter bis 4.100 Meter ist die Besteigungsgeschichte des Elbrus noch lebendig. Die Ruinen alter Hütten und Gedenktafeln verunglückter Bergsteiger zeigten uns, wie gefährlich die Besteigung in den Anfangsjahren war und auch zum Teil noch heute ist. Von den Unterkünften her, hat der Elbrus viel zu bieten. Ganz typisch auf der Höhe gelegen sind die Botschkis und die Prijut 11 (Dieselhütte) Zeugen aus alter Zeit. Durch die vielen Bergsteiger, die sich jedes Jahr am Elbrus versuchen, ist natürlich auch das Angebot an Hütten gestiegen. So gibt es jetzt mit der Heart of Elbrus und den hochwertigen neuen Botschkis, sehr gute Alternativen zu den in die Jahre gekommenen Hütten.

Nach der kurzen Tour bis auf 4.600 Meter war am nächsten Tag der Pastuchov Felsen, auf 4.900 Metern, das Ziel. Der Weg von der Hütte hinauf schien auf den ersten Blick recht einfach und kurz, der lange Hang schien dann aber beim Aufstieg kein Ende zu nehmen. Von der Heart of Elbrus Hut ging es an der Bergstation der Liftanlage und den Ratrakts vorbei und weiter zur Prijut 11. Die ersten 300 Höhenmeter waren geschafft doch vor uns lag noch ein langer Aufstieg über die Gletschermulde, den Pastuchov Felsen immer vor Augen. Nach guten 3 Stunden hatten wir den Pastuchov Felsen erreicht und genossen den Blick auf die umliegenden Berge. Es gab auch Gruppen neben uns, die ihre Eingehtour bis auf den Sattel des Elbrus gemacht haben. Auf 5.300 Meter ist die Akklimatisierung natürlich optimal. Wir sind nach eine Rast wieder zur Hütte abgestiegen und konnten den restlichen Tag auf der Hütte entspannen. Nach den Touren hatten wir den kommenden Ruhetag redlich verdient.

Elbrus Besteigung

Die Vorhersage war gut, wir waren sehr gut vorbereitet und voll motiviert. Wir hatten ein eigenes Zimmer in der Heart of Elbrus und wurden somit auch nicht gestört, als wir uns schon gegen 19:00 in die Schlafsäcke verzogen hatten. Die Nacht war recht kurz, gegen 01:00 Uhr haben wir uns noch etwas verschlafen aber voll motiviert zum Frühstück getroffen. Danach erfolgte ein Ausrüstungscheck und schon liefen wir gegen 02:00 Uhr los. Eine kleine Reihe Bergsteiger waren schon unterwegs, die sich im Schein der Stirnlampen den Berg hinauf schlängelten, ein wirklich tolles Bild. Auch der Elbrus mit seinem Doppelgipfel, schneeweiß und unter einem klaren Sternenhimmel war wirklich ein beeindruckender Anblick. Weiter ging der Gipfeltag durch das Dunkel der Nacht.

Die Temperaturen am Elbrus sind mitunter Extrem. Bei uns waren es -15°C und zum Glück kein Wind. Gerade in der Dunkelheit ging es etwas langsamer voran als am Tag. So schafften wir in einer Stunde ca. 250 – 300 Höhenmeter. An uns vorbei fuhren die Pistenraupen, die gern als Aufstiegshilfe genutzt werden, denn die Ratrakts bringen die Gäste immer bis zum Pastuchov Felsen und lassen dann „nur“ 700 Höhenmeter des eigentlichen Aufstieges übrig. Noch vor Sonnenaufgang, ca. um 05:00 Uhr morgens hatten wir den Pastuchov Felsen erreicht. Von hier aus querten wir unterhalb des Ostgipfels, bis wir den Elbrus Sattel (zwischen Ost und Westgipfel) erreicht hatten. Kurz vor Erreichen der 5.300 Meter kämpfte sich die Sonne über den Horizont. Für alle Bergsteiger gaben die ersten Sonnenstrahlen des Tages nochmal einen kleinen Energieschub. Vom Elbrus Sattel aus ging es dann zum Aufstieg des Westgipfels, ein Blick von 5.642 Meter wartete auf uns.

Durch ein Fixseil gesichert, stiegen wir die steilen Passage zum Gipfel auf. Kurz vor dem Gipfel hangen wir uns aus dem Fixseil aus und gingen das letzte Stück zum Elbrus Gipfel frei. Zwar ist das Plateau kurz vor dem Gipfel recht groß, der Gipfel an sich bietet aber maximal Platz für eine kleine Gruppe. Wir genossen den Blick vom höchsten Berg Europas in vollen Zügen. Swanetien und die Berge des Kaukasus lagen uns zu Füßen und geben eine tolle Gipfelszenerie. Da sich im Laufe unseres Aufstieges das Wetter verändert hatte und wir am Gipfel des Elbrus mit starken Winden und extrem kalten Temperaturen zu kämpfen hatten, machten wir uns gleich wieder an den Abstieg. Nach dem Abstieg über das Fixseil ging es über den langen Seitenhang zurück zum Pastuchov Felsen und vorbei an der Prijut 11 zur Hütte zurück.

Da wir zeitlich sehr gut unterwegs waren, nahmen wir auch die Seilbahn nach Asau und fuhren am Nachmittag in unser Hotel zurück. Eine heiße Dusche, ein kühles Bier, leckeres Essen und ein komfortables Bett warteten als Belohnung auf uns.

Abreise

Durch den erfolgreichen Gipfelaufstieg am Elbrus beim ersten Versuch hatten wir jetzt noch einen Tag in Cheget (Tscheget) als Reserve übrig. Wir nutzten diese Zeit, um die traditionelle russische Sauna, die Banja, zu testen. Am Abend durfte natürlich auch das Schaschlik in einem der vielen Restaurants in Cheget nicht fehlen. Am nächsten Tag ging es dann nach dem Frühstück nach Mineralnye Vody. Für die 250 km benötigten wir bei den Straßenverhältnissen gute 3 – 4 Stunden. Von dort aus ging dann der Flug zurück nach Deutschland.

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